Geschichte des Sparens

Geschichte des Sparens

Auch wenn es schon im Mittelalter Spardosen gab, in denen Geld für schlechte Zeiten zurückgelegt wurde, ist das Sparen im heutigen Sinne erst im 19. Jahrhundert aufgekommen. Vorher bedeute Sparen auch einfach, Vorräte an Lebensmitteln und wichtigen Gütern zu sammeln, damit in der Not genügend davon vorhanden war.  Mit der Einführung des Vereins- und Clubsparens traten jedoch langsam die Sparschränke in Erscheinung und das erste Sparbuch wurde im Oktober 1819 in Österreich an eine Schülerin ausgegeben.

Nach dem zweiten Weltkrieg lebte das Clubsparen in Deutschland erneut auf

Nachdem in Deutschland 1948 die Währungsreform durchgeführt wurde, erlebte auch das Clubsparen eine neue Blüte, war es doch zum Anfang des 20. Jahrhunderts bereits wieder stark zurückgegangen. Auch wenn Banken nun vermehrt neue Anlageprodukte auf den Markt brachten, hielten sich vor allem in Gaststätten die Sparschränke für das Gemeinschaftssparen, welches erst in den achtziger und neunziger Jahren durch die sinkende Unterstützung der Banken stark zurückging. Neben dem Sparbuch waren im Deutschland der Nachkriegszeit anfangs vor allem Festanlagen und Bundesschatzbriefe beliebt, weil diese eine entsprechende Sicherheit mit sich brachten.

In den achtziger Jahren wurden Aktien populär

Während Sparbücher und Festgeldanlagen lange Zeit die Standard-Geldanlagen in der Bevölkerung waren und andere Anlagemöglichkeiten nur sehr begrenzt genutzt wurden, begann in den achtziger Jahren der Siegeszug der Aktien, der im Jahr 2001 mit dem Zusammenbruch des sogenannten Neuen Marktes einen herben Rückschlag hinnehmen musste. Im Zuge der wachsenden Popularität von Aktien wurden nun immer weitere Geldanlageoptionen kreiert und auch Privatanlegern zugänglich gemacht. So wird die Kapitallebensversicherung heute mehr und mehr von verschiedenen Fonds abgelöst, die eine ähnliche Rendite bei einer geringeren Gebührenbelastung erzielen können.

Heute sind die Kapitalmärkte zum Teil überfrachtet

Heutzutage stehen sehr viele Anleger vor dem Problem, dass die Auswahl an Anlageoptionen schlicht zu groß ist und man ziemlich schnell die Übersicht verliert. Viele Finanzprodukte sind zudem recht schwer zu durchschauen und das Verlustrisiko ist längst nicht immer hinreichend bekannt. Neben den klassischen Varianten der Geldanlage stehen heute auch hochspekulative Anlageoptionen wie Hebelzertifikate und CFD Trades Privatanlegern zur Verfügung, so dass man durchaus sagen kann, dass die Möglichkeiten, aber auch die Verlust-Gefahren nie größer waren als heute.